Was macht ein externer ISB?
Er macht dasselbe wie ein interner ISB, nur auf Vertragsbasis. Die Hauptaufgabe beschreibt das BSI so: die Leitung bei der Informationssicherheit beraten und bei der Umsetzung unterstützen. Dazu zählt der BSI-Standard 200-2 unter anderem:
- den Sicherheitsprozess steuern
- die Leitung bei der Leitlinie zur Informationssicherheit unterstützen
- Sicherheitskonzept, Notfallvorsorgekonzept und Richtlinien koordinieren
- Sicherheitsmaßnahmen anstoßen und überprüfen
- der Leitung über den Stand berichten
- Sicherheitsvorfälle untersuchen
- Schulungen und Sensibilisierung anstoßen und koordinieren
Ist ein ISB Pflicht?
Das hängt davon ab, woran Sie sich messen lassen. § 38 BSIG, der die NIS-2-Pflichten regelt, nennt keinen ISB, sondern nimmt die Geschäftsleitung selbst in die Pflicht. Eine allgemeine gesetzliche Bestellpflicht für alle Unternehmen habe ich nicht gefunden. Für Ihre Branche können eigene Vorgaben gelten, das prüfen Sie im Einzelfall.
Wer nach IT-Grundschutz arbeitet, muss laut BSI einen ISB benennen. Die VDA ISA verlangt für TISAX definierte, dokumentierte und zugewiesene Verantwortlichkeiten, qualifizierte Personen und ausreichende Ressourcen. Im AL2-Assessment führt der Prüfer sein Interview mit der Person, die für Informationssicherheit verantwortlich ist. Der Titel ist dabei Nebensache, das BSI nennt selbst mehrere Bezeichnungen. Die Rolle muss besetzt sein.
Was kostet ein externer ISB?
Die Monatspreise, die ich bei deutschen Anbietern gefunden habe, reichen von 199 bis 4.990 Euro. Das sind Angaben der Anbieter selbst, keine unabhängige Markterhebung, und teils ist nicht angegeben, ob sie netto gelten.
- informationssicherheitsberater.de: 199 Euro bis 9 Mitarbeitende, 479 Euro bis 49, 649 Euro bis 249, zuzüglich Umsatzsteuer; bei TISAX individuelles Angebot
- Cortina Consult: ab 275 Euro für rund eine Stunde monatlich, dazu einmalig 750 Euro
- Valyros: ab 390 Euro bei 1 bis 30 Mitarbeitenden, rund 700 bis 1.200 Euro bei 31 bis 75, rund 1.500 bis 2.500 Euro bei 76 bis 150
- FragHugo: 990 Euro für 4 Stunden, 1.490 Euro für 8 Stunden, 2.490 Euro für 16 Stunden
- ING ISM: ab 1.890 Euro netto für 8 bis 10 Stunden
- neam: Pakete zu 990, 2.490 und 4.990 Euro
Worauf kommt es beim Preisvergleich an?
Vergleichen Sie die enthaltenen Stunden, die Vertragslaufzeit und das, was extra berechnet wird. Ein Monatspreis ohne Stundenangabe sagt wenig. Mein Angebot liegt bei ab 790 Euro netto im Monat für bis zu sechs Stunden, remote, mit festem Termin und 24 Monaten Laufzeit. Mehraufwand rechne ich nach Absprache zum Tagessatz von 880 Euro netto ab. Ab dem 1. Januar 2027 kommen 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu.
Zum Vergleich mit einer eigenen Stelle: StepStone nennt für angestellte Informationssicherheitsbeauftragte ein Mediangehalt von rund 61.100 Euro brutto im Jahr, in einer Spanne von 53.100 bis 72.600 Euro, ohne Arbeitgeberanteile. Eine Pauschale von 790 Euro ergibt 9.480 Euro im Jahr, eine von 1.890 Euro ergibt 22.680 Euro. Das ist kein direkter Vergleich, denn eine Vollzeitstelle liefert deutlich mehr Stunden und Präsenz. Rechnen Sie deshalb mit den Stunden, die die Rolle in Ihrem Betrieb wirklich braucht.
Ab wann lohnt sich ein externer ISB?
Eine feste Schwelle nach Mitarbeiterzahl habe ich in keiner Primärquelle gefunden. Das BSI schreibt, ein externer ISB könne insbesondere in kleinen Unternehmen zweckmäßig sein, und verlangt im IT-Grundschutz einen, wenn die Rolle intern nicht besetzt werden kann. Aus meiner Sicht passt er in diesen Fällen:
- Ein Kunde, ein TISAX-Label oder eine andere Anforderung verlangt eine klare Verantwortung, intern hat aber niemand Zeit dafür.
- Die Rolle läge sonst in der IT-Abteilung. Davon rät das BSI ab, weil es zu Rollenkonflikten kommen kann.
- Nachweise müssen auch zwischen zwei Assessments entstehen. Die ISA verlangt für den Soll-Reifegrad 3 Nachweise über einen längeren Zeitraum.
Wann passt ein externer ISB nicht?
Steht ein Mitarbeitender mit Zeit, Qualifikation und direktem Zugang zur Geschäftsführung bereit, kann punktuelle Unterstützung von außen reichen. Auch wenn die Geschäftsführung Sicherheitsentscheidungen nicht treffen will, hilft die Rolle wenig: Ein ISB berät und treibt voran, die Gesamtverantwortung bleibt laut BSI bei der Leitung.
Was sollte ein externer ISB mitbringen?
Das BSI wünscht sich Wissen und Erfahrung in Informationssicherheit und IT, Kenntnisse der Geschäftsprozesse, Erfahrung im Projektmanagement und Methoden zur Risikoanalyse. Dazu kommt Durchsetzungsvermögen, denn ein ISB muss auch der Leitung widersprechen können. Er braucht das direkte und jederzeitige Vorspracherecht bei der Leitung. Fragen Sie deshalb im Gespräch, wie der Berichtsweg aussieht und wer im Vertretungsfall übernimmt.
Was muss im Vertrag stehen?
Der IT-Grundschutz verlangt, dass der Vertrag alle Aufgaben sowie Rechte und Pflichten umfasst, eine Vertraulichkeitsvereinbarung enthält und eine kontrollierte Beendigung mit Übergabe regelt. Die Umsetzungshinweise des BSI nennen außerdem:
- Qualifikation, Vertretung und Mindestressourcen
- Melde-, Berichts- und Eskalationswege
- Arbeitsorte, Anwesenheit und Erreichbarkeit
- Zutritts-, Zugangs- und Zugriffsrechte
- Mitwirkungspflichten des Auftraggebers
- Interessenkonflikte und Folgen bei Vertragsverstößen
Wie gehe ich mit Interessenkonflikten um?
Wer dieselben Systeme administriert, sollte sie nicht als ISB kontrollieren. Das BSI beschreibt dieses Problem ausdrücklich: Kontrollierende sollten nichts überprüfen, was sie selbst konzipiert haben. Deshalb übernehme ich die Rolle nicht dort, wo ich dieselben Systeme selbst betreue, und arbeite mit Ihrem IT-Dienstleister zusammen.