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Microsoft 365 absichern: Die wichtigsten Einstellungen für kleine Unternehmen

Um Microsoft 365 abzusichern, setzen Sie zuerst die Mehr-Faktor-Anmeldung für alle Konten durch, trennen Administratorkonten vom Alltag und sperren veraltete Anmeldeverfahren. Danach regeln Sie E-Mail-Schutz, Weiterleitungen, Freigaben und Protokolle. Vieles geht in jedem Tarif, bedingter Zugriff braucht dagegen mindestens Entra ID P1, das etwa in Business Premium und E3 enthalten ist.

Microsoft 365 absichern: Die wichtigsten Einstellungen für kleine Unternehmen

Was geht in welcher Lizenz?

Das ist die erste Frage, denn Anleitungen setzen oft mehr voraus, als gekauft wurde. Die Übersicht folgt Microsoft Learn, Stand 5. November 2026. Pakete ändern sich, prüfen Sie deshalb Ihren eigenen Vertrag.

  • In jedem Business-Tarif: Sicherheitsstandards, Schutz vor Spam, Schadsoftware und Phishing, voreingestellte Sicherheitsrichtlinien dafür, Einstellungen für Freigaben und Weiterleitungen, Audit-Protokoll Standard mit 180 Tagen.
  • Zusätzlich in Business Premium: bedingter Zugriff, Defender for Office 365 Plan 1 mit sicheren Links und Anlagen, Intune Plan 1, Geräteschutz mit Defender for Business, Verhinderung von Datenverlust und Vertraulichkeitsbezeichnungen.
  • In Microsoft 365 E3 und E5: Entra ID P1 und damit bedingter Zugriff.
  • Erst mit Entra ID P2, etwa in E5: risikobasierte Richtlinien und zeitlich begrenzte Administratorrechte über Privileged Identity Management.
  • Mit Entra ID Governance, teils auch mit P2: regelmäßige Zugriffsüberprüfungen.

Schritt 1: Mehr-Faktor-Anmeldung für alle

Laut Microsoft kann die Mehr-Faktor-Anmeldung mehr als 99,2 Prozent der Angriffe auf Konten blockieren. Das ist eine Angabe des Herstellers. Verlassen Sie sich nicht auf die Pflicht, die Microsoft schrittweise durchsetzt: Sie gilt für Verwaltungsportale wie das Microsoft 365 Admin Center und für Azure-Werkzeuge. Outlook und Teams stehen nicht auf der Liste.

Ohne P1 nutzen Sie die Sicherheitsstandards. Sie kosten nichts extra, lassen sich aber nur als Ganzes ein- und ausschalten. Sie verlangen von allen Benutzern die Registrierung, von Administratoren den zweiten Faktor bei jeder Anmeldung und sperren veraltete Protokolle. Für neue Mandanten sind sie aktiv. In Mandanten, die seit dem 22. Oktober 2019 entstanden sind, laut Microsoft möglicherweise, also sehen Sie nach. Mit P1 oder P2 sind sie laut Microsoft wahrscheinlich nicht die richtige Wahl. Ersetzen Richtlinien für bedingten Zugriff sie, müssen sie ausgeschaltet werden.

Schritt 2: Administratorkonten schützen

Ein Globaler Administrator kann fast alles im Mandanten lesen und ändern. Microsoft empfiehlt deshalb:

  • weniger als fünf Globale Administratoren, für andere Aufgaben feinere Rollen
  • getrennte Konten für Verwaltung und Alltag
  • Administratorkonten nur in der Cloud, nicht aus dem lokalen Verzeichnis synchronisiert
  • mindestens zwei Notfallkonten nur in der Cloud, möglichst mit Passkey (FIDO2), sicher verwahrt, überwacht und mindestens alle 90 Tage getestet
  • zeitlich begrenzte Rechte über Privileged Identity Management, sofern die Lizenz das hergibt

Schritt 3: Veraltete Anmeldeverfahren sperren

Veraltete Verfahren unterstützen keinen zweiten Faktor. Laut Microsoft nutzen mehr als 97 Prozent der Angriffe mit gestohlenen Kennwortlisten und mehr als 99 Prozent der Kennwort-Spray-Angriffe solche Verfahren. Die Sicherheitsstandards sperren sie. Mit P1 erledigt das eine Richtlinie, die Sie zuerst im Berichtsmodus laufen lassen. Vorher sehen Sie in den Anmeldeprotokollen nach, wer sie noch nutzt.

In Exchange Online ist die Standardauthentifizierung für die meisten Protokolle bereits abgeschaltet. Offen ist noch SMTP AUTH, das Geräte und Anwendungen zum Senden nutzen können, etwa Drucker. Microsoft schaltet die Standardauthentifizierung dafür Ende Dezember 2026 für bestehende Mandanten standardmäßig ab, Administratoren können sie vorerst wieder einschalten. Das endgültige Datum will Microsoft in der zweiten Jahreshälfte 2027 nennen. Prüfen Sie jetzt, welche Geräte davon abhängen.

Schritt 4: E-Mail-Schutz einstellen

Microsoft empfiehlt die voreingestellten Sicherheitsrichtlinien Standard oder Streng, deren Werte Microsoft selbst festlegt. Sie gelten für den Grundschutz jedes Cloudpostfachs und, mit passender Lizenz, für Defender for Office 365. Dazu gehören SPF, DKIM und DMARC für Ihre Domain. Für eigene Domains müssen Sie die DKIM-Signatur selbst einrichten. Wie das geht, steht in meinem Artikel zu DMARC.

Schritt 5: Automatische Weiterleitung nach außen abschalten

Weiterleitungen können absichtlich entstehen oder als Folge eines übernommenen Kontos, und sie legen Informationen offen. In der Richtlinie für ausgehenden Spam stehen dafür die Werte Automatisch, Ein und Aus. Der Standard Automatisch verhält sich laut Microsoft je nach Organisation unterschiedlich, deshalb sollten Sie einen Wert ausdrücklich setzen. Ich empfehle Aus mit begründeten Ausnahmen. Sehen Sie sich vorher den Bericht zu automatisch weitergeleiteten Nachrichten an, damit nichts Gewolltes ausfällt.

Schritt 6: Freigaben begrenzen

Die Einstellungen liegen im SharePoint Admin Center und gelten für SharePoint und OneDrive. OneDrive darf strenger eingestellt sein als SharePoint, aber nicht lockerer. Diese Werte empfehle ich als Ausgangspunkt und passe sie an die Zusammenarbeit im Betrieb an. Beachten Sie: Dateianforderungen in OneDrive setzen die Stufe Jeder voraus.

  • Externe Freigabe: Neue und vorhandene Gäste oder Vorhandene Gäste statt Jeder, denn Jeder-Links funktionieren ohne Anmeldung
  • Vorgabe für neue Links: Bestimmte Personen, laut Microsoft die restriktivste Option
  • Falls Sie Jeder-Links brauchen: Ablauf in Tagen und nur Anzeigen
  • Steht Ihr Partnerkreis fest: externe Freigabe auf bestimmte Domains begrenzen
  • Gastzugriff auf Websites und OneDrive mit automatischem Ablauf

Schritt 7: App-Einwilligungen einschränken

Standardmäßig dürfen alle Benutzer Anwendungen Berechtigungen erteilen, die keine Administratorzustimmung brauchen, etwa den Zugriff auf das eigene Postfach. Microsoft empfiehlt, das auf Anwendungen verifizierter Herausgeber zu beschränken. Über einen Genehmigungsablauf können Benutzer weitere Anwendungen beantragen.

Schritt 8: Protokolle einschalten und lesen

Hier liegt eine Falle für kleine Betriebe: Laut Microsoft ist das Audit-Protokoll bei Business Basic, Standard und Premium nicht standardmäßig aktiv und muss von Hand eingeschaltet werden. Ob es läuft, zeigt in Exchange Online PowerShell der Befehl Get-AdminAuditLogConfig | Format-List UnifiedAuditLogIngestionEnabled. Audit Standard bewahrt 180 Tage auf, Audit Premium bis zu einem Jahr. Legen Sie außerdem fest, wer Warnungen liest und wer ihn vertritt.

In welcher Reihenfolge gehen Sie vor?

Diese Reihenfolge schlage ich vor. Sie senkt das Risiko, sich auszusperren oder den Betrieb zu stören:

  • Audit-Protokoll einschalten, das stört niemanden.
  • Notfallkonten anlegen und die Anmeldung testen.
  • Prüfen, wer veraltete Verfahren nutzt, und die Belegschaft zur Registrierung informieren.
  • Mehr-Faktor-Anmeldung durchsetzen, mit P1 zuerst im Berichtsmodus.
  • Administratorkonten trennen und reduzieren.
  • Weiterleitungen, Freigaben, E-Mail-Schutz und App-Einwilligungen einstellen.
  • Werte dokumentieren und einmal im Jahr prüfen, außerdem nach größeren Veränderungen.

Was leisten diese Einstellungen nicht?

Sie machen Angriffe schwerer und schließen sie nicht aus. Geräte, Datensicherung und lokale Systeme stehen außerhalb dieser Liste. Eine Liste ersetzt auch nicht die Prüfung, welche Ausnahmen in Ihrem Mandanten über die Jahre entstanden sind.

Fragen

Häufige Fragen

Reichen die Sicherheitsstandards für ein kleines Unternehmen?

Microsoft nennt sie für die meisten Organisationen geeignet. Sie lassen sich aber nicht anpassen. Wer feiner steuern will, braucht bedingten Zugriff und dafür mindestens P1.

Lohnt sich Business Premium wegen der Sicherheit?

Das hängt davon ab, ob Sie bedingten Zugriff, Geräteverwaltung und sichere Links wirklich einrichten und pflegen. Eine Lizenz allein ändert nichts. Prüfen Sie zuerst, was Ihr aktueller Tarif schon erlaubt.

Kann mein IT-Dienstleister das einstellen?

Ja, das ist der Normalfall. Fragen Sie nach, welche Werte gesetzt sind und wo das dokumentiert ist, und lassen Sie sich Ausnahmen begründen.

Wie oft sollte man die Einstellungen prüfen?

Eine feste Vorgabe kenne ich nicht. Ich empfehle einmal im Jahr und nach größeren Veränderungen, etwa der Einführung von KI-Funktionen.

Quellen

Zum Nachlesen

Dieser Artikel ist eine fachliche Einordnung und keine Rechtsberatung.

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