Woran erkennen Sie gute IT-Beratung?
Diese Punkte sind meine Einschätzung und keine Norm. Fragen Sie im Erstgespräch danach, auch bei mir.
- Das Ergebnis ist benannt: Welche Dokumente, Entscheidungen oder Änderungen liegen am Ende vor?
- Die Grenzen stehen im Angebot: Was ist nicht enthalten, was kostet extra, und wer setzt technisch um?
- Sie wissen, wer arbeitet: Mit wem sprechen Sie, und wer schreibt die Ergebnisse?
- Der Berater nennt, was er nicht kann, und verweist weiter.
- Die Unabhängigkeit ist offen: Verdient der Berater an Lizenzen, Hardware oder Folgeaufträgen? Das ist nicht verboten, Sie sollten es aber wissen.
- Aussagen sind belegt: Quellen für Fakten, Referenzen mit Ansprechpartner. Wo Erfahrung fehlt, wird das gesagt.
- Vorhandenes kommt zuerst: Neue Software wird erst empfohlen, wenn das, was Sie schon bezahlen, nicht reicht.
- Die Übergabe ist geplant: Dokumentation und Zugänge bleiben bei Ihnen.
- Der Umgang mit Ihren Daten ist geregelt: Geheimhaltung, Auftragsverarbeitung und Löschung.
Welche Warnzeichen gibt es?
Einzelne Punkte müssen nichts heißen. Treffen mehrere zu, würde ich genauer nachfragen.
- Garantien für Prüfungen, Zertifikate oder Platzierungen, denn darüber entscheidet ein Dritter
- ein Preis ohne Umfang oder ein Umfang ohne Ergebnis
- ein fertiges Angebot, bevor jemand nach Ihrer Lage gefragt hat
- dieselbe Stelle richtet Systeme ein und kontrolliert sie, ohne das offenzulegen
- Zugänge und Unterlagen, die nur beim Berater liegen
Was kostet ein Beratertag?
Diese Preise für einen Tag habe ich öffentlich gefunden. Es sind Angaben der Anbieter, gelesen am 5. November 2026, keine unabhängige Erhebung, und die Leistungen sind nicht deckungsgleich.
- DATUREX: 890 Euro je Manntag für ein ISMS-Audit, ob netto, sagt die Seite nicht
- Cortina Consult: 1.200 Euro je Personentag, eigene Rechnung aus 2.400 Euro für zwei Personentage Gap-Analyse
- Boddenberg: 1.500 Euro netto je Personentag zu acht Stunden
- Azuric Consulting: 1.500 Euro je Tag für die Umsetzungsbegleitung
- bios-tec: ab 1.800 Euro je Tag für IT-Strategie
Was sagen Umfragen?
Umfragen liegen niedriger, messen aber Stundensätze von Selbstständigen und Systemhäusern. Der Freelancer-Kompass 2026 nennt im DACH-Raum durchschnittlich 103 Euro je Stunde bei 1.310 Befragten und für IT-Disziplinen einen Median von 95 Euro. Freelancermap nennt für IT-Beratung 100 Euro im Schnitt, ohne die Erhebung zu beschreiben. Der Synaxon-Preisspiegel 2026 kommt bei über 700 IT-Firmen auf 120,68 Euro netto für den 3rd Level, mit den höchsten Preisen in Baden-Württemberg und Bayern. Für die Region Stuttgart selbst habe ich kaum veröffentlichte Beraterpreise gefunden.
Was kostet die Beratung bei mir?
Mein Tagessatz beträgt 880 Euro netto für acht Stunden. Kleinere Aufgaben rechne ich anteilig ab, also 110 Euro je Stunde. Für klar umrissene Leistungen gelten Festpreise, alle netto und ab dem 1. Januar 2027 zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Zum Vergleich beim Microsoft-365-Check: InSys nennt regulär 1.499 Euro netto, Azuric Consulting 2.900 bis 3.400 Euro bis etwa 100 Nutzer, jeweils mit anderem Umfang. Die Themen stehen auf der Startseite, die vollständige Liste auf der Seite Preise.
- Sicherheitscheck von außen: 490 Euro, bis zu drei Domains
- Microsoft-365-Sicherheitscheck: 1.490 Euro, ein Mandant, bis 150 Benutzerkonten
- KI-Startpaket: 1.900 Euro, bis 25 Teilnehmende
- Berechtigungskonzept: 1.900 Euro, Microsoft 365 und eine Dateiablage, bis 150 Benutzerkonten und fünf Abteilungen
- TISAX-Check: 2.400 Euro, ein Standort, bis 100 Mitarbeitende
Wann passt ein Festpreis?
Ein Festpreis passt, wenn sich Umfang und Ergebnis vorab beschreiben lassen. Sie kennen die Kosten vor dem Start, und der Berater trägt das Risiko, dass er länger braucht. Dafür gilt der Preis nur für den beschriebenen Umfang. Mehr Konten, mehr Standorte oder ein zusätzlicher Termin werden neu vereinbart. Lesen Sie die Grenzen deshalb genauso genau wie den Preis. Typische Fälle:
- Prüfungen und Bestandsaufnahmen mit festem Umfang
- Dokumente mit klarem Inhalt, etwa eine Richtlinie oder ein Konzept
- Schulungen mit bekanntem Teilnehmerkreis
- Projekte, deren Größe eine Vorprüfung geklärt hat
Wann passt ein Tagessatz?
Ein Tagessatz passt, wenn sich der Umfang erst bei der Arbeit zeigt. Sie bezahlen, was anfällt, und tragen dafür das Risiko der Menge. Deshalb gehören aus meiner Sicht drei Dinge dazu: ein Kostenrahmen, ein Tätigkeitsnachweis mit jeder Rechnung und eine Abstimmung, bevor der Rahmen überschritten wird. In meinem Angebot zu IT-Prozessen deckt der erste Rahmen Aufnahme und Zielbild, die Umsetzung bekommt danach einen eigenen. Typische Fälle:
- Abläufe aufnehmen, etwa Eintritt und Austritt, Änderungen oder Störungen
- Automatisierung, bei der sich Schnittstellen erst beim Bauen zeigen
- Begleitung der Umsetzung neben Ihrem IT-Dienstleister
- kleine, einzelne Fragen
Lassen sich beide Modelle verbinden?
Ja, und aus meiner Sicht ist das oft der vernünftigste Weg. Ein Check oder ein Zielbild klärt zuerst die Lage. Danach ist der nächste Schritt so weit beschrieben, dass Sie ihn zum Festpreis oder mit einem belastbaren Kostenrahmen beauftragen können.
Heißt Festpreis auch Erfolg?
Nein. Der Preis sagt, wie abgerechnet wird, nicht, was geschuldet ist. Beim Werkvertrag (§ 631 BGB) schuldet der Unternehmer das versprochene Werk, beim Dienstvertrag (§ 611 BGB) die versprochenen Dienste. Meine Beratungsverträge haben den Charakter eines Dienstvertrags: Ich schulde sorgfältige Beratung und die vereinbarten Arbeitsergebnisse, nicht das Bestehen eines Audits oder die Freiheit von Sicherheitsvorfällen. Fragen Sie jeden Anbieter, was genau geschuldet ist, und lassen Sie Vertragsfragen im Zweifel juristisch prüfen.
Wie bereiten Sie das Erstgespräch vor?
Es braucht keine langen Unterlagen. Diese Angaben genügen für eine erste Einschätzung:
- Anlass und Frist: Was ist passiert, und bis wann muss etwas stehen?
- Systeme: Was läuft bei Ihnen, und wer betreut es?
- Vorhandenes: Welche Regelungen, Berichte oder Prüfungen gibt es schon?
- Entscheidung: Wer entscheidet, und welcher Budgetrahmen ist denkbar?